Hochbeet aus Holz oder WPC: Planung, Aufbau, Füllschichten, Bewässerung und echte Kosten
Hochbeet richtig planen: Material, Größe, Standort
Ein Hochbeet bringt Gemüse, Kräuter und Blumen auf ergonomische Arbeitshöhe, erwärmt sich im Frühjahr schneller und lässt sich sauber bewirtschaften. Entscheidend für Erfolg und Langlebigkeit sind Materialwahl, richtige Maße, die Schichtung der Füllung und eine verlässliche Bewässerung.
In deutschen Gärten bewähren sich Hochbeete in 120 x 80 cm Grundfläche und 75 - 85 cm Arbeitshöhe. Auf Terrasse oder Balkon ist weniger oft mehr: kürzere Beete mit geringer Füllhöhe senken Gewicht und Risiko von Durchfeuchtung. Plane jetzt sauber, dann pflanzt du entspannter und erntest länger.
Wähle zuerst das Material: Holz ist günstig und warm, braucht Pflege. WPC ist pflegeleicht und dauerhaft, kostet aber mehr. Standortregeln sind klar: mindestens 6 Stunden Sonne, windgeschützt, Zugang zu Wasser, ebener Untergrund mit Entwässerung.
- Micro-BOM Hochbeet 120 x 80 cm - typische Mengen und Kosten in Deutschland
- Hochbeet-Bausatz Holz, kesseldruckimprägniert, 120 x 80 x 80 cm: 80 - 140 Euro
- Alternative: Hochbeet-Bausatz WPC, 120 x 80 x 80 cm: 180 - 320 Euro
- Noppenbahn oder Teichfolie, 1 x 5 m: 10 - 20 Euro
- Unkrautvlies, 1 x 2 m: 6 - 12 Euro
- Wühlmausgitter, verzinkt, Masche 10 mm, 1 x 1,5 m: 8 - 15 Euro
- Schneckenzaun Alu, ca. 4 m: 25 - 45 Euro (optional)
- Tropfrohr 13 - 16 mm, 10 m: 12 - 25 Euro
- Bewässerungstimer für Wasserhahn: 25 - 60 Euro
- Holzhäcksel 60 L x 2: 12 - 20 Euro
- Komposterde 40 L x 2: 12 - 18 Euro
- Pflanz- oder Gemüseerde 40 L x 4 - 6: 20 - 48 Euro
- Edelstahlschrauben und Winkel: 10 - 20 Euro (optional)
- Holzöl 750 ml: 12 - 20 Euro (optional)

Holz vs WPC: Vor- und Nachteile im deutschen Klima
Holz (Kiefer, Fichte, Lärche) ist bezahlbar und optisch warm. Kesseldruckimprägniertes Holz hält 5 - 8 Jahre, Lärche unbehandelt 6 - 10 Jahre. Pflege mit Holzöl 1 - 2 mal jährlich verlängert die Lebensdauer. Achte auf Edelstahl-Schrauben und eine innere Trennlage zur Erde (Noppenbahn), damit das Holz nicht dauerhaft feucht bleibt.
- Vorteile: günstig, leicht zu bearbeiten, reparierbar
- Nachteile: Pflegeaufwand, variiert in Haltbarkeit, kann ausbluten
- Preis grob: 70 - 160 Euro für 120 x 80 x 80 cm
WPC (Wood Plastic Composite) ist formstabil, pflegeleicht und unempfindlich gegen Feuchte. Kein Streichen, kein Verzug, farbstabiler als Holz. Innen trotzdem eine Trennlage nutzen, um Erdabrieb und Schmutz zu vermeiden.
- Vorteile: sehr pflegeleicht, langlebig 10 - 15 Jahre, modern
- Nachteile: teurer, wirkt kühler, Wärmeausdehnung beachten
- Preis grob: 160 - 360 Euro für 120 x 80 x 80 cm
Maße, Standort und Traglast sicher wählen
Empfohlene Maße
- Garten: 120 x 80 cm Grundfläche, 75 - 85 cm Höhe. So arbeitest du rückenfreundlich und kommst von allen Seiten gut ran.
- Terrasse: 100 x 60 cm, 60 - 75 cm Höhe. Auf Pflasterplatten standsicher und nicht zu wuchtig.
- Balkon: kleiner denken, z. B. 80 x 40 cm, 40 - 60 cm Höhe. Füllhöhe maximal 25 - 30 cm und Leichtsubstrat verwenden.
Standortregeln
- 6 - 8 Stunden Sonne für Gemüse. Salate und Kräuter vertragen auch Halbschatten.
- Windschutz: Hauswand oder Hecke, aber mindestens 10 cm Abstand zur Wand für Hinterlüftung.
- Wasser in Reichweite: ideal 3 - 5 m Schlauchweg zum Außenhahn.
- Ebener, tragfähiger Untergrund. Unterfütterung mit Platten oder Gummipads verhindert Einsinken.
Traglast und Gewicht richtig einschätzen
Ein Hochbeet 120 x 80 x 40 cm Füllhöhe hat rund 0,38 m3 Volumen. Feuchte Erden liegen bei etwa 1,2 - 1,5 t pro m3. Das sind real 450 - 580 kg plus Beetkorpus. Auf Gartenboden egal, auf Balkon kritisch. Viele Balkone sind für 3,0 - 4,0 kN pro m2 ausgelegt, einige nur 2,0 kN pro m2. Bei 0,96 m2 Grundfläche entspricht ein 500 kg Hochbeet rund 5,2 kN pro m2 - zu viel.
Praxisempfehlung Balkon: kleineres Beet 80 x 40 cm, max. 25 - 30 cm Füllhöhe, Leichtsubstrat mit Perlit, keine Wasserstaus, Last gleichmäßig auf Gummipads verteilen. Im Zweifel Hausverwaltung oder Statiker fragen - Sicherheit zuerst.
Aufbau Schritt für Schritt
1. Untergrund vorbereiten
- Garten: Fläche waagerecht abziehen, Unkrautvlies auslegen. Für Wühlmausschutz verzinktes Drahtgeflecht mit 10 mm Masche unterlegen und seitlich 5 cm hochziehen.
- Terrasse: Beet auf Gummipads oder Pflastersteine stellen, damit Holz nicht im Wasser steht. Wasserablauf beachten.
- Balkon: Tropfschutzmatte und Untersetzerwanne mit Abflussloch verwenden, Wasser nicht zum Nachbarn ableiten. Kein Bohren in Abdichtungen.
2. Korpus montieren
- Holz: Vorbohren, Edelstahl-Schrauben, Ecken mit Winkeln versteifen. Optional Holzöl vor Montage aufbringen.
- WPC: Profilteile nach Anleitung stecken, Eckverbinder festziehen. Dehnfugen respektieren.
3. Innen abdichten und schützen
- Noppenbahn oder Teichfolie einlegen, oben 2 - 3 cm unter Rand enden lassen. So bleibt das Material trocken.
- Wühlmausgitter an der Unterseite befestigen, wenn auf Erde stehend.
4. Schneckenschutz optional
- Schneckenzaun umlaufend montieren, Ecken sauber gekantet. Alternativ Kupferband innen knapp über Erdoberfläche.
5. Bewässerung verlegen
- Tropfrohr oder Tropfschlauch in 2 - 3 Schleifen legen, Zuleitung zum Wasserhahn führen, Timer montieren. Siehe Abschnitt Bewässerung.
6. Befüllen in Schichten
- Grobe Schicht: gehäckseltes Astholz, 15 - 25 cm
- Laub, feines Schnittgut, 10 - 15 cm
- Halbreifer Kompost, 10 - 15 cm
- Oben: Gemüseerde mit reifem Kompost gemischt, 25 - 35 cm
Für Balkon und Terrasse kannst du die grobe Schichtung verkürzen: unten 5 - 8 cm Blähton oder grobe Hackschnitzel für Drainage, darüber hochwertige, leichte Gemüseerde mit 10 - 20 Prozent Perlit.
Füllschichten und Erde - was wirklich funktioniert
Die Schichtung liefert Nährstoffe und Wärme. Wichtig ist ein luftiger Aufbau, damit Wasser abläuft und organisches Material gleichmäßig verrottet.
- Grobmaterial unten: sorgt für Drainage und Langzeitnahrung. Keine lackierten Hölzer verwenden.
- Mittelgrobe Schicht: Laub, zerkleinerter Strauchschnitt, Stroh. Nicht zu dicht stopfen.
- Kompostschicht: halbreif für Wärme, reif im oberen Bereich für Nährverfügbarkeit.
- Deckschicht: Gemüseerde 30 - 35 cm. Für Starkzehrer (Tomaten, Kohl) reifen Kompost 20 - 30 Prozent untermischen.
Erde kaufen: Für 120 x 80 cm und 35 cm Deckschicht brauchst du ca. 0,34 m3, also 8 - 9 Säcke à 40 L. Für die Gesamtfüllung im Garten noch 2 - 4 Säcke Kompost plus grobes Material. Auf Balkon Leichtsubstrat nutzen, auf Gewicht achten.
Bewässerung einfach und zuverlässig
Ein Hochbeet trocknet schneller aus als ein Flachbeet. Eine einfache Bewässerung spart täglich Gießzeit und hält die Pflanzen stabil.
- Tropfrohr + Timer: Standardlösung. Tropfrohr in Schleifen verlegen, mit Filter und Druckminderer am Außenhahn betreiben. Timer 1 - 2 mal täglich 10 - 20 Minuten, je nach Wetter. Kosten 40 - 90 Euro komplett.
- Blumat Keramiksensoren: Wasser holt sich die Pflanze bedarfsgerecht. Ideal ohne Wasserhahn in direkter Nähe. Kosten ca. 8 - 12 Euro pro Sensor plus Zuleitung.
- Gießrand: 2 cm unter der Oberkante einen leichten Rand formen, damit Wasser nicht seitlich abläuft.
Praxiswerte: In Hitzewochen bei Gemüse 4 - 6 L pro Tag und 120 x 80 cm Beet. Tropfer mit 2 L pro Stunde im Raster von 20 - 30 cm funktionieren gut. Früh morgens gießen reduziert Pilzrisiko.
Schneckenschutz und Wühlmausschutz
- Schneckenzaun: umlaufendes Abknickprofil, sehr effektiv. Einmal montiert, jahrelang Ruhe.
- Kupferband: wirkt in vielen Fällen, aber weniger dauerhaft als ein Schneckenzaun.
- Kulturwahl: weniger gefährdete Pflanzen (Kräuter, Tomaten) an die Ränder, Salate eher innen.
- Wühlmausgitter: auf Gartenboden Standard. 10 mm Masche, sauber an Ecken überlappen.
Pflanzplan 120 x 80 cm - Mischkultur, die klappt
Ein bewährter Plan für Mai bis Oktober, mit Kletterhilfen an der Nordseite:
- Norden: 2 x Tomaten oder 2 x Stangenbohnen mit Stab
- Mitte: 2 x Paprika oder 1 x Zucchini (bei Zucchini breite Fläche einplanen)
- Süden: 3 Reihen Schnittsalat und Radieschen im Wechsel
- Lückenfüller: Basilikum, Petersilie, Schnittlauch an die Ränder
Frühjahr ab März: Spinat und Pflücksalate vorziehen oder direkt säen. Nach der Ernte im Sommer Gründüngung (Phacelia) einsäen, wenn Lücken entstehen. Auf Balkon statt Starkzehrern lieber Kräuter, Salate, Radieschen und Snackpaprika setzen.

Pflege, Überwinterung und Nachfüllen
- Setzung: Jährlich 5 - 15 cm Erde nachfüllen. Im Frühjahr mit reifem Kompost ausgleichen.
- Mulchen: Rasenschnitt dünn oder gehäckselte Rinde halten Feuchte, aber nicht mehr als 2 - 3 cm auftragen.
- Holzpflege: im Frühjahr mit Öl oder Lasur nachbehandeln. WPC nur mit Wasser und weicher Bürste reinigen.
- Fruchtfolge: Starkzehrer nach 2 Jahren auf andere Plätze setzen. Kohl, Tomaten, Kürbisgewächse rotieren lassen.
- Winter: Nicht komplett räumen. Abdecken mit Laub und Vlies, Knoblauch oder Feldsalat als Winterkultur.
Echte Kosten in Deutschland
Realistische Budgets für ein 120 x 80 cm Hochbeet mit Bewässerung:
- Holz-Setup: Beet 80 - 140 Euro, Folien und Gitter 25 - 45 Euro, Erde und Kompost 60 - 100 Euro, Bewässerung 40 - 90 Euro, Schneckenzaun 25 - 45 Euro. Summe: 230 - 420 Euro.
- WPC-Setup: Beet 180 - 320 Euro, Folien und Gitter 25 - 45 Euro, Erde und Kompost 60 - 100 Euro, Bewässerung 40 - 90 Euro, Schneckenzaun 25 - 45 Euro. Summe: 330 - 600 Euro.
Einsparpotenzial: Holzhäcksel und Astschnitt oft kostenlos, Kompost aus Eigenproduktion, gebrauchter Bewässerungstimer, Sammelbestellungen für Erde.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Zu schwer auf Balkon: kleiner planen, Leichtsubstrat, Füllhöhe begrenzen, Traglast prüfen.
- Keine Entwässerung: immer Drainage unten und Wasserabfluss sicherstellen, keine geschlossene Wanne ohne Ablauf.
- Holz direkt in Kontakt mit Erde: Noppenbahn oder Teichfolie innen einziehen.
- Füllung zu fein: ohne grobe Schicht staut sich Wasser, Fäulnis droht.
- Einzige Blumenerde: nährstoffarm für Starkzehrer. Kompost beimischen und nachdüngen.
- Monokultur: Mischkultur planen, Schädlinge und Nährstoffstress reduzieren.
Mietrecht und Sicherheit auf Balkon und Terrasse
- Gewicht und Wasserschutz: kein Ablaufen zum Nachbarn, Untersetzerwanne mit kontrollierter Entleerung, Tropfmengen gering halten.
- Keine Eingriffe in Abdichtung oder Fassade: nicht bohren, keine Dübel in Brüstung oder Boden.
- Optik der Fassade: sichtbare Außenveränderungen mit Vermieter klären.
- Lastverteilung: Gummipads unter die Füße, punktuelle Lastspitzen vermeiden.
Podsumowanie
- Material passend wählen: Holz günstig und warm, WPC langlebig und pflegeleicht.
- Maße am Standort ausrichten: Garten 120 x 80 cm, Balkon deutlich kleiner.
- Innen immer trennen: Noppenbahn, Wühlmausgitter je nach Untergrund.
- Schichtenluftig füllen: grob - mittel - Kompost - Erde, oben 30 - 35 cm.
- Bewässerung automatisieren: Tropfrohr plus Timer spart täglich Zeit.
- Gewicht auf Balkon im Griff: Leichtsubstrat, geringe Füllhöhe, Traglast prüfen.
- Jährlich nachfüllen und rotieren: Ertrag und Bodengesundheit sichern.
FAQ
Wie verhindere ich Staunässe im Hochbeet?
Unten grobe Schicht aus Holzschnitt oder Blähton einbauen, innen Noppenbahn nutzen, keinen geschlossenen Boden ohne Ablauf. Tropfbewässerung in kurzen Intervallen statt langer Schübe.
Wie viel Erde brauche ich für 120 x 80 cm?
Für die obere Pflanzschicht 30 - 35 cm sind es ca. 0,3 - 0,34 m3, also 8 - 9 Säcke à 40 L. Für die unteren Schichten zusätzlich grobes Material und 1 - 2 Säcke Kompost.
Wie oft muss ich nachfüllen oder tauschen?
Jährlich 5 - 15 cm Erde nachfüllen. Nach 4 - 5 Jahren den oberen Bereich 20 - 30 cm tief teilweise erneuern, grobe Schicht bei Bedarf nachlegen.
Welches Gemüse funktioniert auf dem Balkon im Hochbeet?
Salate, Radieschen, Kräuter, Buschbohnen, Snackpaprika, Zwergtomaten. Starkzehrer wie Zucchini nur in großen, leichten Substraten und flacher Füllhöhe.



























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